Eine Recherche von Animal EqualityWerde Mitglied
Forderung

Die Recherche von Animal Equality hat erschreckende Zustände für die im Park festgehaltenen Tiere ans Licht gebracht. Animal Equality setzt sich deswegen zum Ziel, die Ausbeutung der Tiere im Schwaben Park zu beenden.


Zusammenfassend lauten unsere Forderungen:

  1. Sofortige Beendigung jeglicher Nutzung der Tiere des Schwaben Parks zur Unterhaltung in Shows.
  2. Sofortige Beendigung der Zucht von Tieren im Schwaben Park.
  3. Überführung der Tiere in ein nicht-kommerzielles Refugium, in dem die Tiere ein Leben frei von Ausbeutung leben können; bei Bedarf Planung und Bau eines solchen Refugiums und Überführung der Tiere in diese Einrichtung. Es soll ein Ort sein, wo ihre eigenen Interessen endlich im Vordergrund stehen, ein Ort, an dem sie über Platz, Ruhe und Sicherheit verfügen.




Warum ein Refugium?

Nur in einem Refugium können die Bedürfnisse und Interessen der Tiere im Vordergrund stehen. In einem Zoo oder Tierpark steht der wirtschaftliche Profit an erster Stelle. Das bedeutet, dass Entscheidungen im Sinne der Rentabilität für die BetreiberInnen der Einrichtung getroffen werden. Die Tiere leben dort nicht ihrer selbst willen, sondern um einen Zweck zu erfüllen. Sie werden dort gefangen gehalten, um den Menschen zur Schau gestellt zu werden.


Ist die Forderung nach einem Refugium realistisch?

Es gibt in Europa schon mindestens 4 Refugien für Menschenaffen bzw. für Schimpansen. Beispielsweise „Stichting AAP“ in den Niederlanden. Aber auch Spanien oder Großbritannien verfügen über Refugien. Ihre Kapazitäten sind ausgeschöpft und ohne Ausbau können sie die Schimpansen aus dem Schwaben Park leider nicht aufnehmen.

In Nordamerika gibt es weitere Refugien, die Platz für mehrere hundert Menschenaffen haben. So wurden im Februar 2013 von dem US-amerikanischen „Sanctuary Chimp Haven“ 111 Schimpansen aufgenommen. Leider nehmen diese Refugien aus Seuchenschutzgründen keine Tiere aus dem Ausland auf.

Diese Beispiele zeigen aber, dass sich Refugien für Menschenaffen als Institutionen etabliert haben. Sie sind notwendig, um den Tieren Schutz zu garantieren. Es ist lediglich eine Frage des politischen Willens, die Idee eines Refugiums für die Tiere im Schwaben Park Realität werden zu lassen. Die Finanzierung ist, wie es viele weitere Beispiele zeigen, möglich.


Was passiert dann mit dem Schwaben Park?

Natürlich müsste sich der Schwaben Park ohne die Zurschaustellung von Tieren leicht umstrukturieren. Jedoch ist das Überleben des Parks nicht von den Tieren abhängig. Der Park verfügt über zahlreiche Fahrgeschäfte, wie auch eine Achterbahn und andere Attraktionen, bei denen keine Tiere eingesetzt werden. Es gibt genug Beispiele von erfolgreichen Freizeitparks, die auf den Einsatz von Tieren vollkommen verzichten.


Warum nur für die Tiere aus dem Schwaben Park?

Idealerweise sollte jeder Schimpanse und jedes Tier, das in Zoos, Tierparks oder Versuchslaboren gefangen ist und nicht wieder ausgewildert werden kann, in einem Refugium leben können. Es ist uns jedoch bewusst, dass dies nicht von heute auf morgen umsetzbar ist. Das Refugium für die Tiere im Schwaben Park sollte idealerweise ausbaufähig sein, um in der Zukunft weitere Tiere empfangen zu können. Viele der Schimpansen haben aufgrund ihres Alters keine hohe Lebenserwartung mehr. Für sie könnten neue Schimpansen im Refugium aufgenommen werden.


Wer sollte das Refugium finanzieren?

Sicherlich sollten diejenigen, die für die tragische Situation dieser Tiere verantwortlich sind, auch dafür sorgen, dass ihnen nun, nach jahrelanger Ausbeutung und Demütigung, ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht wird. In erster Linie verantwortlich für die psychische Verfassung der Tiere sind die Betreiber des Parks, aber auch die Entscheidungsträger der Gesellschaft, die die Ausbeutung dieser Tiere zugelassen hat. Aus diesem Grund richtet sich die Forderung des Baus eines Refugiums an das Landesministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg.

Die genauen Kosten lassen sich nur sehr schwer kalkulieren. Jedoch sollte sich mit den 14.5 Millionen Euro die für das neue Menschenaffenhaus der Stuttgarter Wilhelma eingesetzt wurden, sehr gut ein Refugium bauen. Eine ähnliche Finanzierung wäre für das Refugium denkbar: Zu 50% von Geldern des Landes Baden-Württemberg und zu 50% aus privaten Spendengeldern.

Alle Tiere im Schwaben Park wurden von klein auf entweder in der Show, in dem Babyhaus oder im Gehege zur Schau gestellt. Sie wurden für den Profit der BetreiberInnen ausgebeutet, teilweise ihren Müttern kurz nach der Geburt entrissen und mussten in demütigenden Shows auftreten. Viele von ihnen scheinen aufgrund der schrecklichen Situation an psychischen Verhaltensstörungen und Depressionen zu leiden. Ihnen jetzt ein Leben zu ermöglichen, in dem zum ersten Mal ihre Interessen an erster Stelle stehen, ist die minimale Entschädigung, die wir ihnen schuldig sind.


Zahlen:
Kosten Bau Affenhaus der Wilhelma: 14,5 Millionen Euro (Besitzer der Wilhelma ist das Land Baden-Württemberg). Wird zur Hälfte von dem Förderverein der Wilhelma finanziert. Quelle: Nach den Affen die Elefanten Stuttgarter Nachrichten, 23. April 2010

Animal Equality
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