Eine Recherche von Animal EqualityWerde Mitglied
EXPERTEN

Dr. Balcombe, Jonathan

Leitender Professor der Fakultät für Tierstudien
an der Humane Society University, USA

Ich bin Verhaltensforscher mit einem Bachelor und Master in Biologie, sowie einem Doktortitel der Universität von Tennessee (von 1991) im Verhalten von Tieren. Ich habe drei Bücher zum Thema Empfindungsvermögen, Verhalten und Gefühle von Tieren sowie über 45 von Fachleuten überprüfte Zeitungsartikel und Kapitel geschrieben. Die in diesem Brief ausgedrückten Meinungen sind ausschließlich meine eigenen und basieren auf meinen Bemühungen, die Informationen, die ich bekommen habe, zu interpretieren.

Das Verhalten der Schimpansen in ihren Käfigen, wie Schaukeln, stereotypes Gähnen, Husten und Aggressionen zeigt, dass sie gelangweilt und in einigen Fällen möglicherweise depressiv sind. Die Aggressionen, die auf den Kameramann gerichtet sind, deuten an, dass diese Tiere Grund dazu haben, Menschen zu hassen. Diese Schimpansen sind Misshandlungen durch die Öffentlichkeit ausgesetzt. Sie werden mit Objekten beworfen, wie z. B. Zigaretten, die einige Schimpansen dann rauchen. Alle Schimpansen, die auftreten, tragen enge Kragen mit Leinen. Weder sie noch die Menschen zeigen Freude.

Obwohl ich ein Foto gesehen habe, auf dem ein erwachsener mit einem kleinen Schimpansen zu sehen ist, scheinen die meisten Kinder von ihren Müttern getrennt zu sein. Das stellt – ebenso wie für menschliche Mütter – ein großes soziales und emotionales Defizit für die Schimpansen dar. Alle Schimpansen scheinen unglücklich zu sein, wenn nicht sogar schlimmer.

Der Tiger ist fettleibig und für ein großes Raubtier, dessen natürliche Distanz hunderte Quadratkilometer beträgt, räumlich natürlich extrem eingeschränkt.

Im Allgemeinen sind Schimpansen-Unterhaltungsshows wie diese Anachronismen, sie haben keinen Platz in einer modernen, zivilisierten Gesellschaft. Was wir bereits über diese sozial weit fortgeschrittenen, hochintelligenten großen Menschenaffen wissen, macht sie vollkommen ungeeignet für Spektakel, in denen sie alberne Stunts für ein menschliches Publikum vorführen. Schimpansen sind Individuen mit Biographien. Wir tun ihnen und letztlich uns keinen Gefallen, sie für unser Amüsement zu versklaven. Das allein ist Grund genug, diesen Betrieb zu schließen.

Prof. Bekoff, Marc

Professor für Ökologie und Evolutionsbiologie
an der Universität von Colorado, Boulder, USA

Das erschütternde Filmmaterial von Animal Equality zeigt angekettete Schimpansen in menschlichen Kostümen, die in Zirkusshows auftreten und mutterlose Schimpansenbabys, die auf dem Boden von winzigen, kahlen Betonkäfigen starrend sitzen sowie das rituelle Auf- und Abgehen von Tigern. Und dennoch zeigt all das nur einen kleinen, traurigen Ausschnitt der Misshandlungen an Tieren und der Leiden im Schwaben Park.

Es wird deutlich, dass zwischen den Tieren und den „Tierpflegern“ dieser Einrichtung eine eher düstere und von Missbrauch gezeichnete Beziehung besteht. Um sie für Zirkusshows trainieren zu können, trennen die Pfleger Schimpansenbabys, die erst einen Tag alt sind, von ihren Müttern. Tiere, die dazu erzogen wurden, unnatürliche und erniedrigende Tricks zu lernen, leisten den Menschen nur unter Zuhilfenahme von Bestrafungen, Dominanz und Isolation Folge. Das Schicksal der Tiere, die zu alt oder gefährlich sind, um an Shows teilzunehmen, ist unbekannt. Aber es ist unwahrscheinlich, dass diese Individuen in der Lage wären, sich in eine untereinander etablierte Gruppe von Schimpansen zu reintegrieren.

Infolge dieser Recherche sollte der Schwaben Park nicht mehr länger als ein Vergnügungspark angesehen werden, sondern vielmehr als ein Gefängnis für hunderte ausgenutzter, unschuldiger Lebewesen. Heutzutage sollten wir Einrichtungen wie den Schwaben Park ablehnen. Tiere sind keine Unterhaltungsobjekte und ich rufe die Öffentlichkeit auf, diese trostlose Einrichtung zu boykottieren.

Dr. Capaldo, Theodora

Diplom-Psychologin, Präsidentin der New England Anti-Vivisection Society und Koordinatorin des Project R & R (Release and Restitution)
für Schimpansen in US-Laboratorien, USA

Ohne Mutter oder Ersatzmutter können Kleinkinder sich nicht psychisch oder physisch entfalten, so grundlegend ist diese Bindung für ihr Wohlergehen. Wir wissen, dass das Großziehen von Schimpansenkindern als Ersatzmenschen, um sie darauf vorzubereiten, sich wie Menschen zu verhalten – für unsere "Unterhaltung" oder für unsere Forschung in Bereichen wie dem Erwerb von Zeichensprache – bei diesen Schimpansen Verwirrung über ihre eigene Identität verursacht. Diese ist so schwerwiegend, dass sie nicht mit Sicherheit wissen, wer sie in ihrem Innersten sind. Wenn ein Schimpanse als Mensch aufgezogen wird, identifiziert er sich mit dem Menschsein – so prägend ist die Bindung zur "Mutter" oder Ersatzmutter. Wir zwingen diesem Schimpansenkind eine menschliche "Mutter" und somit eine menschliche Identität auf. Um sie zukünftig zu unserer Unterhaltung nutzen zu können, fordern wir, dass sie sich als Mensch identifizieren. Dann kommt unweigerlich der verhängnisvolle Tag, an dem sie nicht mehr Teil der menschlichen Welt sein können, aufgrund ihrer Stärke und der unwiderlegbaren Tatsache, dass sie – selbst in all ihrer Verwirrung – doch Schimpansen sind: im Körper, Willen, Vernunft, Stärke und emotionalen Ausdruck.

In diesem Moment ist der als Mensch aufgezogene Schimpanse dazu verdammt, an den Grenzen zweier Welten zu leben – halb Mensch, halb Schimpanse –, von keiner kann er oder sie vollständig ein Teil sein. Wir beschädigen, verdrehen seine/ihre Schimpansenhaftigkeit mit einer Reihe menschlicher Mimiken, Gestiken, Verhaltensweisen und Bedürfnisse, welche diesem Schimpansen in einer Schimpansenwelt nichts nützen, in der die anderen als Schimpansen aufgezogen wurden und in jedem Gen wissen, wer sie sind. Schimpansen, die in und von einer Schimpansenwelt aufgezogen wurden, verstehen sich selbst als ein Teil der alten physischen, sozialen und psychologischen Kultur der Schimpansen mit all ihren Regeln und Realitäten.

Wir aber berauben Schimpansen ihrer Welt für unsere Freude und Wünsche und lehnen sie anschließend gezwungenermaßen als volle Teilnehmer unserer menschlichen Welt ab. Ich kann mir keinen größeren Verrat als diesen vorstellen. Jemanden als Familie zu begrüßen, wie ein Mitglied unserer Gemeinschaft zu behandeln und dann eines Tages kurzerhand – wenn auch notwendigerweise – abzuweisen. Wir schauen sie an und mit der Macht, die wir über sie haben, verschließen wir ihnen die Türen zu der Welt, die sie einmal kannten und glaubten, es wäre ihre. Tatsächlich verriegeln wir jene Türen, um sicherzustellen, dass sie niemals wieder in unsere Welt eintreten können und werden. In der Unterhaltungsbranche verurteilt sie dieser tragische Verlauf zu einem Leben als Unterhalter, solange ihr Wille gesteuert werden kann.

Dr. Deschner, Tobias

Wild Chimpanzee Foundation, Deutschland

Die Art und Weise, wie im Schwaben Park Schimpansen dem Publikum präsentiert werden, ist vollkommen inakzeptabel.

Um die Schimpansen so abzurichten, dass sie für die Shows (und die Fernseheinsätze, zu denen sie gezwungen werden) eingesetzt werden können, müssen die Babys frühzeitig von ihren Müttern getrennt werden. Diese frühzeitige Trennung von der Mutter führt zu massiven Störungen der Tiere, sodass sie dadurch nicht mehr in der Lage sind, sich später in einer arttypischen Weise zu verhalten und mit anderen Schimpansen normale soziale Bindungen einzugehen. Die Tiere werden einzig zum Zwecke der menschlichen Unterhaltung ihren Artgenossen entrissen und erleiden dadurch psychische Störungen.

Durch den Einsatz in den Shows wird weiterhin ein vollkommen falsches Bild von Schimpansen erzeugt, da ihre Bedürfnisse keinerlei Berücksichtigung erfahren. Die Show trägt in keiner Weise dazu bei, über die Bedrohung der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum aufzuklären.

Die Haltung der Schimpansen im Schwaben Park ist definitiv nicht artgerecht und die Betreiber der Anlage gehen nicht auf die artspezifischen Bedürfnisse der Tiere ein. Deshalb betrachte ich es als eine Schande, dass so eine Institution tatsächlich diese Tiere zur Schau stellen darf.

Dr. Docherty, Lorraine

Schimpansenrettungs- und Rehabilitationsspezialistin, England

Die Gehege im Schwaben Park haben, wenn überhaupt, nur wenige Außenbereiche, wo die Schimpansen der öffentlichen Beobachtung entfliehen können. Die mentale Gesundheit der Schimpansen im Schwaben Park scheint gefährdet zu sein. Das zeigt sich in einer Reihe anormaler Verhaltensweisen, wie man gut in den Videoclips von Animal Equality erkennen kann. Man sieht z. B. sich wiederholende stereotype Verhaltensweisen, "raspberry" Vokalisierungen und "excessive displaying". Diese Verhaltensweisen sind Indikatoren für psychisches Leiden und andere Störungen, die im Zusammenhang damit stehen, keine Kontrolle über Umwelteinflüsse zu haben, was für im Zoo lebende Schimpansen typisch ist. Ich bin auch schockiert und enttäuscht darüber, dass der Schwaben Park die Erlaubnis hat, seine geschmacklosen Schimpansenshows durchzuführen, wenn man den Stress und das Trauma betrachtet, dem diese Tiere ausgesetzt sind.

Dr. Knight, Andrew

BSc (Vet Biol), BVMS, CertAW, DipECAWBM (WSEL), PhD, MRCVS, FOCAE, Tierethiker am Oxford Centre for Animal Ethics, England

Schimpansen

Schimpansen sind wirklich bemerkenswerte Kreaturen. Als unsere nächsten lebenden Verwandten besitzen sie hochentwickelte emotionale, psychologische und soziale Charakteristiken. Dieselben Charakteristiken erhöhen jedoch merklich ihre Fähigkeit zu leiden, wenn sie in eine unnatürliche Umgebung in Gefangenschaft hineingeboren werden. Auch wenn sie aus der Wildnis herausgerissen werden, woraufhin sie Gefangenschaft und sozialer Zerrüttung unterworfen werden und gezwungen werden, Zirkustricks vorzuführen.

Die sinkende Anzahl der wilden Populationen dieser stark gefährdeten Kreaturen ist eine der größten Tragödien innerhalb der sich ausbreitenden Katastrophe der Ausrottung von Spezies in unserer modernen Zeit. Wir müssen sicherlich alles in unserer Macht stehende tun, um das soziale Bewusstsein über die Einzigartigkeit und Unersetzbarkeit der Schimpansen zu erhören.

Stattdessen führen Schimpansen im Schwaben Park eine Vielzahl erniedrigender Tricks auf, wie z. B. das Balancieren von großen Bällen und das Fahren von Dreirädern und Quads. Sie tun so, als würden sie Rasierer und Telefone benutzen, sie tragen menschliche Kleidung und in einem Fall einen lächerlichen Hut, während sie zum Tanzen gezwungen werden.

Erwartungsgemäß hat eine neue Studie, die in einem führenden wissenschaftlichen Journal (Schroepfer et al. 2011) veröffentlicht wurde, gezeigt, dass Menschen, die Schimpansen in menschlicher Kleidung auftreten sehen, weniger gern für die Erhaltung der Schimpansen spenden. Die Menschen denken vielleicht, dass die Schimpansen überhaupt nicht gefährdet sind, wenn sie für solche Vorführungen benutzt werden dürfen. Demzufolge sind die Vorführungen im Schwaben Park nicht nur erniedrigend und abwertend, sondern auch schädlich für die Sache der Erhaltung der Schimpansen.

Experten glauben zudem, dass die ausgeprägten psychologischen und sozialen Charakteristiken der Schimpansen es praktisch unmöglich machen, außerhalb großer Schutzgebiete Lebensräume zu schaffen, die ihre Mindestanforderungen an das Verhalten und die Psychologie erfüllen. Diese beinhalten den Erhalt der Familie, ausgiebige Möglichkeiten zu klettern, zu entdecken, Probleme zu lösen, zu spielen und beträchtlichen Freiraum (Balls 1995, DeGrazia 1996, Smith & Boyd 2002).

Die Schimpansen im Schwaben Park sind in kleinen Innengehegen und in etwas größeren Außengehegen gefangen. Dennoch bietet selbst das letztere wenig Raum zum Klettern und ist bei weitem zu klein. Erwartungsgemäß wurden die Schimpansen in diesen Käfigen in deprimierten Posen und mit stereotypen Verhalten gefilmt. Das sind sich wiederholende, offensichtlich zwecklose Verhaltensweisen, die auf psychologischen Stress hindeuten, der tiefliegend und chronisch ist. Im Schwaben Park wurden Schimpansen dabei beobachtet, wie sie hin und her schaukelten, den Kopf schüttelten, an Stangen leckten und spuckten und in ihren Gehegen auf und ab liefen.

Sehr besorgniserregend war die große Anzahl von Babyschimpansen, die angeblich von ihren Müttern verstoßen wurden und von Hand aufgezogen wurden. Die Mutter-Kind-Bindung ist bei Schimpansen sehr stark und ein Verstoß eines Kindes kommt äußerst selten vor. Nur handaufgezogene Schimpansen sind jedoch am besten geeignet für das Training und die Vorführung dieser Art von Zirkustricks, wie sie im Schwaben Park für zahlendes Publikum zu sehen sind. Das unfreiwillige Trennen von Mutter und Kind führt bei Schimpansen zu extremem Stress auf beiden Seiten.

Es war verstörend die kleinen Gehege zu sehen, in denen die Babyschimpansen gefangen waren. Das große Fenster aus Plexiglas bot ihnen keine Möglichkeit, sich vor den Blicken der Zuschauer zu verstecken, welche manchmal dabei gefilmt wurden, wie sie gegen das Fenster schlugen, was den Stress dieser Kleinkinder nur noch verstärkt.

Obwohl die stressige Interaktion mit den Menschen von einer anderen Art ist, hat die Gefangenschaft von Schimpansen in Forschungslaboren viel mit den Bedingungen im Schwaben Park gemeinsam. Aktuelle Studien haben ohne jeglichen Zweifel belegt, dass die Gefangenschaft in Laboren und die Vorgehen dort sehr ernste Auswirkungen haben, besonders auf einen längeren Zeitraum gesehen. Viele gefangene Menschenaffen, einschließlich Schimpansen, sind kürzlich aus US-Laboren entlassen worden (Bradshaw et al. 2008). Sie zeigen starke Verhaltensabnormitäten wie Stereotypien, unangemessene Aggressionen, Angst oder Entzug. (Brüne et al. 2006, Bourgeois et al. 2007).

Es wird mittlerweile anerkannt, dass solche anormalen Verhaltensweisen Symptomen ähneln, die menschlichen psychiatrischen Krankheiten zugeschrieben werden, wie z. B. Depressionen, Angststörungen, Essstörungen oder posttraumatischen Stressstörungen. Die medizinische Behandlung dieser Krankheiten, die bei Menschen angewandt wird, wäre auch für schwerstgestörte tierische Patienten angemessen, wenn nicht sogar moralisch verpflichtend (Brüne et al. 2006, Bourgeois et al. 2007). Eine Langzeittherapie in Kombination mit einem positiven Bestärkungstraining sowie soziale und Umweltveränderungen könnten in schweren Fällen nötig sein. (Bourgeois et al. 2007).

Der medizinische Zustand einiger Schimpansen im Schwaben Park bereitet auch Grund zur Sorge. So wurde einer von ihnen dabei gefilmt, wie er wiederholt heftig hustete und in Kontakt zu anderen Schimpansen stand. Diese Schimpansen haben auch Kontakt zu menschlichen Besuchern, von denen sie sich Atemwegserkrankungen einfangen können. Ein anderer Schimpanse hatte eine geschwollene, eitrige Ohrenklappe, was auf Krebs hinweisen könnte, obwohl zusätzliche Tests nötig wären, um diese Diagnose zu bestätigen. Eine Vielzahl kleinerer Wunden oder Geschwüre wurden an den Gliedmaßen und Gesichtern beobachtet. Die Gründe sind nicht bekannt, aber Kämpfe und andere traumatische Ereignisse könnten unter ihnen sein.

Die Interaktion mit den Besuchern des Parks war auch auf andere Arten schädigend für die Schimpansen. Die Schimpansen wurden dabei gefilmt, wie sie an einem Apfelsaftpäckchen sowie einem Joghurtbecher kauten, was die Möglichkeit der Verdauung von Fremdkörpern erhöht und ernsthafte Darmprobleme verursachen kann. Einer wurde sogar dabei gesehen, wie er eine Zigarette rauchte und offensichtlich menschliches Verhalten imitierte. Die Gegenstände sind wohl alle von Menschen achtlos weggeworfen worden. Einer wurde sogar dabei gefilmt, wie er eine Zigarette in ein Gehege warf. Die Besucherüberwachung, die die Sicherheit der Schimpansen gewährleisten soll, war hier eindeutig unzureichend.

Bei mehreren Schimpansen war Haarausfall sichtbar. Es war aber unklar, ob er durch den Kontakt zu bestimmten Oberflächen, Hautparasiten, altersbedingt oder durch andere Gründe verursacht wurde.

Andere Tiere

Das Gehege des sibirischen Tigers schien ähnlich kahl und eng, wenn man die enormen Territorien betrachtet, die diese Tiere in der Wildnis normalerweise erkunden.

Ein Alpaka wurde beobachtet, wie es an Stangen kaute, eine Ziege an Müll. Dieses Verhalten kann Hunger oder Stress bedeuten. Mir wurde mitgeteilt, dass rund 50 Ziegen, Schafe und Alpakas während der Öffnungszeiten keinen Zugang zu Futter oder Gras haben. Stattdessen können die Besucher dafür bezahlen, die Tiere zu füttern. Die Menge der Tiere, die sich gegen die Gitter presst, zeigt das verstörende Level des Hungers. Das Filmmaterial eines Besuchers, der versuchte, ein Ziegenbaby zu fangen, war ebenfalls besorgniserregend, da dies zweifellos mehr Stress verursacht und wieder eine unzureichende Besucherüberwachung enthüllt.

Ich sah auch ein Alpaka, das möglicherweise herausgewachsene Hufe hatte.

Schlussfolgerung

Der Schwaben Park ist ganz klar ein wirtschaftliches Unternehmen, das Schimpansen und andere Tiere für den Profit ausnutzt. Die Zirkustricks, zu denen sie die Schimpansen zwingen, sind höchst erniedrigend und kommunizieren falsche Werte über Respekt und Wertschätzung für diese erstaunlichen, gefährdeten Kreaturen. Sie sind mit Sicherheit schädlich für die Sache der Erhaltung von Schimpansen.

Die Gehege im Schwaben Park sind relativ klein und kahl verglichen mit den wilden Lebensräumen der Schimpansen, Tiger, Ziegen, Schafen und Alpakas, die hier eingesperrt sind. Entdeckt wurden eine Vielzahl von Anzeichen von Stress wie verstörtes stereotypes Verhalten zusammen mit Zeichen für schlechte Gesundheit und Ernährung. Das wurde durch die unzureichende Überwachung der Besucher verschlimmert. Sie wurden gefilmt, wie sie eine Zigarette ins Gehege warfen, worauf ein Schimpanse begann, sie zu rauchen. Ein anderer kaute auf weggeworfenem Plastikmüll herum.

Kurz gesagt, der Schwaben Park ist sicherlich ein Anachronismus im modernen Europa. Er ist eine Beleidigung für allgemein akzeptierte Werte, die das Gemeinwohl der Tiere und die Erhaltung bedrohter Tierarten unterstützen und sollte daher geschlossen werden.

    Referenzen:
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Dr. Lopresti-Goodman, Stacy

Lehrbeauftragte für Psychologie, Marymount University, USA

Mein Name ist Dr. Stacy Lopresti-Goodman und ich bin Lehrbeauftragte an der Marymount University in Arlington, VA, USA. Meine Forschung konzentriert sich auf anormale Verhaltensweisen und Zeichen von psychischem Stress sowie die Psychopathologie von Schimpansen, die aus dem exotischen Tierhandel, der Unterhaltungsindustrie und der biomedizinischen Forschung gerettet wurden. Meine Forschungsergebnisse wurden weltweit bei wissenschaftlichen Konferenzen vorgestellt. Weiterhin habe ich auch als Beraterin in zwei Schimpansen-Schutzreservaten gearbeitet.

Nach Ansicht des Filmmaterials und der Fotos, die von Animal Equality Germany im Schwaben Park gemacht wurden, stellt sich deutlich heraus, dass viele der dort lebenden Schimpansen Symptome von psychischem Stress und eine Vielzahl anormaler, stressbedingter Verhaltensweisen zeigen, die unten detaillierter beschrieben werden. Das ist nicht überraschend, wenn man die aktuellen Forschungen zu Zoos betrachtet, die zeigen, dass 100% der dort lebenden Schimpansen mindestens ein anormales Verhaltensmuster [1] aufweisen. Angesichts der vielen Ähnlichkeiten in den Gehirnstrukturen, die bei Menschen und Schimpansen bei Stress betroffen sind (z. B. der Hippokampus, die hypothalamisch pituitäre Adrenalachse) und den psychosozialen Verhaltensähnlichkeiten der beiden, zeigen viele Schimpansen, die in Gefangenschaft leben, das posttraumatische Stresssyndrom (PTSD), das komplexe posttraumatische Stresssyndrom (CPTSD) und Depressionen, ähnlich denen von Menschen [2-7]. Diese Symptome haben ihre Ursache in der Trennung von der Mutter, unangemessenen Umweltbedingungen, denen kognitive Bereicherung fehlt, im seltsamen Verhalten der Schimpansen, die gezwungen werden, Tricks vorzuführen (z. B. Kleidung zu tragen und auf einem Motorrad zu fahren) und in der andauernden Präsenz der Menschen und der Interaktion mit ihnen [8,9].

Während der Schimpansenvorführung im Schwaben Park, die von Animal Equality aufgezeichnet wurde, sowie auf Fotos, die im Außengehege der Schimpansen aufgenommen wurden, wird sichtbar, dass viele Schimpansen unter Haarausfall im Gesicht, auf Kopf, Brust und im hinteren Schulterbereich leiden. Ein Anstieg des Stresshormons Kortisol kann Haarausfall oder den Verlust von Haaren an Teilen oder dem gesamten Körper verursachen. Dies wurde bereits an anderen gefangenen Schimpansen beobachtet, wie z. B. in Guru, Südindien. Dort lebt im Mysore Zoo ein Schimpanse, der mittlerweile überhaupt keine Haare mehr hat. Der Verlust der Haare könnte auch ein Resultat von durch Stress verursachtem Verhalten sein, wie beispielsweise bei den Schimpansen, die sich auf stereotype Weise die Haare ausreisen [1, 10, 11]. Das ist ähnlich wie das Haarausreißen bei Menschen und als eine Form einer Zwangsstörung anzusehen.

Ein anderer junger Schimpanse, der auf dem Video und den Fotos festgehalten wurde, wurde dabei beobachtet, wie er sich selbst umklammerte, während er in einer niedergeschlagenen, gekrümmten Position auf einem kleinen Klettergebilde saß. Er/sie hatte scheinbar Furchen über den ganzen Kopf verstreut. Das ist wahrscheinlich das Resultat von selbstverletzendem Verhalten. Schimpansen neigen – genau wie Menschen – zu selbstverletzendem Verhalten, um sich von psychischem Stress zu befreien, wenn auf sie die Kriterien für CPTSD zutreffen. Dies wird durch ein verlängertes und sich wiederholendes Trauma herbeigeführt, im Gegensatz zu einzelnen traumatischen Erlebnissen [12-16]. Es ist möglich, dass die Schimpansen im Schwaben Park Symptome von CPTSD aufweisen und sich aus diesem Grund selbst verletzen.

Es gibt auch Bilder von anderen jungen und erwachsenen Schimpansen, die sich selbst umklammern, während sie in einer niedergeschlagenen, gekrümmten Position dasitzen, was ebenfalls auf Stress hindeutet.

Im Video sitzen drei Schimpansen in ihrem Gehege, bewegen ruckartig ihre Köpfe und schütteln sie immer wieder. Mehrere andere Schimpansen wurden dabei aufgenommen, wie sie "raspberry" Geräusche mit ihrem Mund machten. All diese Verhaltensweisen sind anormal und tauchen nur bei in Gefangenschaft lebenden Schimpansen auf. Sie sind ein Zeichen für psychischen Stress und Langeweile [1, 11, 17]. Typischerweise beruhigen sich Schimpansen selbst mit dieser Art von Verhalten, wenn sie aufgeregt sind oder sie stimulieren sich selbst bei Langeweile [1, 2, 17-22].

In der Wildnis leben Schimpansen in sozialen Gruppenverbänden von bis zu 150 Individuen zusammen und durchstreichen Gebiete, die 400 Quadratkilometer groß sind. In Gefangenschaft werden ihnen diese sozialen Interaktionsmöglichkeiten und der weitläufige Platz genommen. Wenn man sich die kleinen, kahlen Käfige, in denen die Schimpansen gezwungenermaßen leben müssen und in denen es an natürlichem Blattwerk, Möglichkeiten zum Herumstöbern und an Versteckmöglichkeiten fehlt, ansieht, wird deutlich, dass sie keine angemessenen Lebensbedingungen ausweisen und dass dies der Grund für die festgestellten anormalen Verhaltensweisen ist.

Die Schimpansen werden auch durch die Anwesenheit von Menschen sichtbar verärgert. Das zeigt sich, indem sie auf die Menschen zurennen, spucken oder Objekte in ihre Richtung werfen. Die Menschen im Video wurden dabei gefilmt, wie sie gegen das Fenster eines Jungtiergeheges schlugen, schrien und Gesichter zogen. Man kann auch sehen, wie sie Dinge nach einem erwachsenen Schimpansen in seinem/ihrem Außengehege werfen. Das ist ein Verhalten, das Schimpansen als Provokation und Bedrohung ansehen.

Während einige Schimpansen Aggression und Frustration als Antwort auf diese mitleidslosen und gleichgültigen Menschen zeigen, sitzen andere einfach nur still da. Das deutet auf erlernte Hilflosigkeit hin. Der Schimpanse hat gelernt, dieses beleidigende Verhalten und seine nachteilige Situation zu akzeptieren, da er aus seiner stressigen Situation ohnehin nicht fliehen, sie nicht ändern oder verhindern kann [23]. Ein erwachsener männlicher Mann wurde sogar dabei beobachtet, wie er eine brennende Zigarette auf einen Schimpansen warf, die der Schimpanse dann rauchte und daraufhin zu husten begann. Das deutet auf Vernachlässigung durch die Pfleger hin.

Zusätzlich dazu, dass sie in ihren Außengehegen keine Möglichkeit haben, sich vor lauten Zuschauern zu verstecken, sind die Schimpansen gezwungen, einen lauten, quietschenden Zug zu ertragen, der mehrere Male am Tag an ihren Gehegen vorbeizieht. Als Antwort darauf sieht man einen Schimpansen, der körperlich und emotional unter Stress steht, was an Piloarrektion zu erkennen ist (die Haare stehen ihm zu Berge).

Er/sie steht auf seinem/ihrem Hinterfuß, schaukelt hin und her, klatscht in die Hände, gibt "raspberry" Geräusche von sich und schlägt gegen den Zaun. In früheren Forschungen wurde dokumentiert, dass sich abnormales und stereotypes Verhalten wie z. B. Schaukeln und Taumeln erhöht, je mehr Umweltgeräusche existieren [24]. Täglich derart laute Situationen aushalten zu müssen wird bei dauerhaftem Zustand in erhöhten Stresshormonen gründen und zusätzlich zu ihrer psychischen Gesundheit einen schädlichen Effekt auf die körperliche Gesundheit der Schimpansen haben.

Ein anderer Schimpanse wurde dabei aufgenommen, wie er wiederholt auf die Stäbe in seinem Gehege spuckte und die Spuke dann wieder verschluckte. Dies ist eine weitere, häufig verbreitete anormale Verhaltensweise, die bei in Gefangenschaft lebenden Schimpansen auftritt und ein Zeichen von Zwangverhalten darstellt oder auf Langweile oder das Fehlen einer angemessenen Ernährung hinweist [1, 11, 18, 25].

Mir wurde berichtet, dass ungefähr 30 der 44 Schimpansen, die zurzeit im Schwaben Park leben, von Hand durch Menschen aufgezogen wurden, 18 von ihnen sind im Park geboren worden, angeblich, weil sie von ihren Müttern verstoßen worden waren oder weil die Mütter nicht gesund genug waren, um sie aufzuziehen. Obwohl diese Zahl sehr hoch erscheint und viel höher ist als jede andere Mutter-Kind-Ablehnungsrate, die ich je gesehen habe, zeigen Forschungen, dass Schimpansen und anderen Primaten, die in Gefangenschaft aufgezogen wurden, oft viele speziesspezifische Verhaltensweisen fehlen, wie beispielsweise ein normales bemutterndes Verhalten [26-30].

Forschungen zeigen auch, dass gestresste Schimpansen eher dazu neigen, ihre Kinder zu verstoßen [31]. In Anbetracht der Tatsache, dass die Mehrheit der Schimpansen im Schwaben Park von Menschen aufgezogen wurde und, durch die Präsenz der Menschen und den Zwang, für die Unterhaltung der Menschen unnatürliche Tricks vorzuführen, unter andauerndem Stress steht, wäre es keine Überraschung, wenn einige der Schimpansenmütter im Schwaben Park ihre Kinder verstoßen hätten.

Der Schwaben Park gibt auch an, dass viele der Mütter aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht in der Lage waren, ihre Kinder aufzuziehen. Wenn das der Fall ist, ist dies sehr wahrscheinlich das Ergebnis der unangemessenen und stressigen Umgebung, in der sie leben. Dem Schwaben Park sollte es unter keinen Umständen erlaubt sein, weiterhin Schimpansen zu züchten. Falls die Schimpansen ihren Lebensabend nicht in einem zertifizierten Schutzgebiet, das lebenslange Pflege für misshandelte und vernachlässigte Schimpansen bietet, verbringen können, sollten die weiblichen Schimpansen einer Art Geburtenkontrolle wie Depo-Provera unterzogen werden. Die männlichen Schimpansen sollten sterilisiert werden, um zu verhindern, dass zukünftig weitere Schimpansen auf die Welt kommen, nur um von ihren Müttern verstoßen und gezwungen zu werden, unnatürliche Tricks vorzuführen, die Stress verursachen.

    Referenzen:
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Dr. med. vet. Romina Pankow

Veterinärmedizinerin, Deutschland

Nach den Enthüllungen die Schimpansenhaltung im Schwabenpark betreffend war anzunehmen, dass auch die Haltung der anderen Tiere dort in keinster Weise den Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung entspricht.

Trotzdem schockieren auch diese Bilder und Videos, die aufdecken, wie dramatisch die Situation auch für die dort lebenden Tiger, Vögel, Ziegen und andere Tiere ist.

Schon die Internetseite lässt die Intention der Parkbetreiber erkennen – die Tiere werden hier als “Attraktionen” angeprießen, dienen also einzig und alleine zum Zweck der Unterhaltung der menschlichen Besucher. So ist auch der Schwabenpark nichts anderes als ein reines Wirtschaftsunternehmen, in dem die Gewinnoptimierung ganz offensichtlich vor dem Wohlbefinden der Tiere steht.

Auf den Videos und Fotos sind Papageien und Kakadus zu sehen, die lächerliche Spielchen “mitspielen” müssen und dazu beispielsweise auf kleinen Fahrrädern offensichtlich mit Metallspangen “befestigt” werden. Einige der Vögel zeigen deutliche Symptome einer Verhaltensstörung, des sog. “Federrupfens”. Die Ursache für dieses Verhalten liegt meist in der Haltung der Vögel. Die Papageien und Kakadus intensivieren hierbei ein eigentlich normales Verhalten (Komfortverhalten), nämlich die Gefiederpflege, zu einer nicht mehr kontrollierbaren Zwangshandlung. Die Federn werden angeknabbert und ausgerissen. Aufgrund der “Erreichbarkeit” durch den Vogel selbst finden sich die federlosen Stellen vor allem im Brust- und Halsbereich. Häufige Faktoren, die zu einer solchen Verhaltensstörung als Form der Stressbewältigung führen sind Einzelhaltung, unangemessene Haltungsbedingungen und auch verschiedene Erkrankungen, sowie Parasiten- und Pilzbefall. Fakt ist, dass die Papageien und Kakadus im Schwabenpark nicht zu übersehende Hinweise auf das Vorliegen einer ernstzunehmenden Verhaltensstörung aufweisen, die den Verdacht einer in keinster Weise artgerechten Haltung und eines großen psychischen Stress nahe legt.

Ganz ähnlich wie die Vögel durch Federrupfen versucht auch der im Schwabenpark gehaltene Tiger durch stereotypes Verhalten den Stress durch nicht artgerechte Haltungsbedingungen zu kompensieren: Er läuft stundenlang auf ausgetretenen Trampelpfaden am Zaun des Geheges auf und ab.

Auf den ersten Blick vielleicht nicht so offensichtlich wie Tiger, Schimpansen, Papageien oder Kakadus zeigen auch die die Ziegen im Schwabenpark deutliche Anzeichen eines Versuchs, psychischen Stress zu kompensieren. Einige Aufnahmen zeigen Ziegen, wie sie an den Stangen des Geheges kauen. Dies kann zum einen ein Zeichen von Hunger sein, zum anderen auch eine Art Stressabbau. In einer Aufnahme werden die Ziegen durch den Zaun hindurch gefüttert. Sie drängen sich fast verzweifelt an die Gitterstäbe um einen Futterbissen zu erhaschen. Dies ist kein für Ziegen typisches Verhalten. Betrachtet man allerdings die Haltungsbedingungen auf den Aufnahmen des Geheges, so wird doch deutlich, dass es sich hierbei in keinster Weise um eine die natürlichen Bedürfnisse der Ziegen berücksichtigende Haltung handelt. Ziegen fressen bevorzugt Laub, auf einer Weide Kräuter und Klee. Sie sind sehr bewegungsfreudig und klettern gerne. Den Bildern aus dem Schwabenpark nach zu urteilen können sie diese Grundbedürfnisse dort nur sehr eingeschränkt ausleben. Desweiteren sieht man im Video und auf den Fotos eine deutlich abgemagerte Ziege, auch weitere Ziegen wiesen einen mangelnden Ernährungszustand auf.

Der Fund der toten Zicklein und der zerfetzten Ziegenkadaver in den Kühlräumen wirft Fragen auf. Sind die Zicklein eines natürlichen Todes gestorben? Und wenn ja, was lag diesem Tod zu Grunde? Oder wurde es getötet? Und wenn ja, warum? Und woher kommen die verfetzten und verwesten Ziegenkadaver? Wurden sie von einem Tier so zerfetzt? Die Tatsache, dass es mehrere Kadaver sind, die so pietätslos in Kisten gestapelt im Kühlraum liegen, legt den Verdacht nahe, dass ein “System” dahintersteckt. Was passiert mit diesen Ziegen? Diese Fragen bleiben für den Moment unbeantwortet und es bleiben Mutmaßungen. Fakt ist jedoch, dass dieser Fund so verstörend wie unverständlich ist.

Dass die Ziegen verglichen mit den anderen im Schwabenpark gehaltenen Tieren noch einen relativ “vergnügten” Eindruck machen, mag der Tatsache geschuldet sein, dass sie nachgewiesenermaßen über einen sehr großen “Optimismus” verfügen. Gerade erst im April veröffentlichten britische Wissenschaftler in der Zeitschrift “Applied Animal Behavior Science” die Ergebnisse ihrer Studie, in der sie zeigen konnten, dass misshandelte und massivstem Stress augesetzte Ziegen sich bei liebevoller Haltung erstaunlich gut von ihren Traumata erholen.

Dies mag auch ein Hoffnungsschimmer sein für die Tiere, die jetzt noch im Schwabenpark ihr Dasein fristen. Wenn wir es schaffen, die Tiere aus diesen Haltungsbedingungen zu befreien, haben sie größte Chancen auf ein “glückliches” Leben in artgerechter Haltung…


MacKay, Barry Kent

Kanadischer Vertreter von Born Free USA

Nachdem ich das Video von Animal Equality über die Anlagen und Shows im Schwaben Park gesehen habe, möchte ich folgende Beobachtungen loswerden. Diese Beobachtungen basieren auf meiner mehr als 40jährigen Tätigkeit als Naturforscher im Bereich des Wildtierschutzes. Ich bin der kanadische Vertreter und Seniorpartner des Programms Born Free USA, sowie der Direktor von Animal Alliance of Canada Environment Voters, einer der Direktoren von Zoocheck-Canada und diverser naturgeschichtlicher und zoologischer Organisationen inklusive den Ontario Field Ornithologists, dem Toronto Ornithological Club und der Wilson Ornithological Society. Ich bin Autor diverser Kolumnen, Artikel und Bücher, die von Wildtieren handeln, insbesondere von Vögeln. Ich habe Einrichtungen, die Tiere gefangen halten, in Nord-Süd- und Mittelamerika untersucht sowie auf den Westindischen Inseln, in Europa, Afrika und Asien und habe umfassende praktische Erfahrungen im Bereich der Rehabilitation von heimischen kanadischen Vögeln und anderen Wildtieren.

Es tut mir weh, solche Papageien Shows, wie sie im Schwaben Park aufgeführt werden, zu sehen, in denen Papageien, Kakadus und andere Vogelarten inklusive Hühnern dazu gebracht werden, alberne Tricks auf einer im bayrischen Stil aufgemachten Bühne vorzuführen. Diese Show erfüllt in keiner Weise die zwei Argumente, die von der internationalen Zoogemeinschaft als die zwei wichtigsten und sozial gültigen Begründungen angesehen werden, um Tiere in Gefangenschaft zu halten.

Jegliche Behauptungungen, die Shows hätten erzieherischen Wert, sind falsch. Es wird höchstens impliziert, dass man Vögel trainieren kann. Im Gegenteil, die Shows rauben den beteiligten Tieren ihre Würde und ihr natürliches Leben in der Wildnis. Das beinhaltet auch, dass sie für das Amüsement der Zuschauer da sind und um zahlende Kunden anzulocken. Ich bin besonders besorgt darüber, dass kleine Kinder in die Irre geführt und verwirrt werden, was die Natur dieser Vögel angeht, indem man sie als Teil der menschlichen Gemeinschaft ansieht und sie vermenschlicht. Es gibt keine Hinweise auf ihre natürlichen Gegebenheiten - im Gegenteil: Spezies aus verschiedenen Lebensräumen und Ökozonen werden einfallslos vermischt und leben in einem künstlichen Umfeld ausschließlich für das Amüsement der Zuschauer.

Es beunruhigt mich weiterhin, dass das Konzept dieser Vögel als ideale und willenlose “Haustiere” verstärkt wird. Tatsache ist, dass sie sehr schlecht als Haustiere geeignet sind und die dargebotenen Spezies (Kakadus, Aras und andere, größere Papageien) berüchtigt dafür sind, sich selbst zu verstümmeln durch den Stress, dem sie ausgesetzt sind, wenn sie als Haustiere gehalten werden. Diese albernen Shows sollten nicht fortgeführt werden. Ich war auch sehr besorgt über den Zustand einer Hausziege, die auf dem Video zu sehen war. Ich weiß durch meine Forschungen über die Praktiken der Streichelzoos , dass diese solche Tiere zu oft hungern lassen oder schlecht ernähren, damit sie auf die Besucher zugehen und diese sie mit gekauftem Futter zum Profit der Zoos füttern können. Die Ziege war in einem alarmierenden, abgemagerten Zustand. Das ist ein grausamer Missbrauch.

Außerdem zeigte der Tiger ein klassisches, stereotypes Verhalten in seinem Käfig. Er lief immer wieder den gleichen Weg entlang des Innengeheges hin und her. Das deutet auf Stress hin und Experten für das Verhalten von Tieren sind sich einig, dass solch ein Verhalten auf ernsthaften Stress hindeutet. Ich bin außerdem besorgt, dass die Absperrungen ein Risiko beinhalten, besonders für kleine Kinder, aufgrund der unangemessenen Gehegeabsperrungen. Die Haltung eines Tigers in einem Käfig ist nicht weniger negativ behaftet, als die Haltung der Vögel und trägt nur auf negative Art und Weise zur Erhaltung der Tiger oder der Bildung bei.

Dr. Martindale, Victoria

MBMS und Primatologin, England

Viele Menschen haben im Zoo schon Schimpansen gesehen, die verkleidet verschiedene Tricks vorführen, wie z. B. Fahrrad fahren oder Tee trinken. Das scheint eine amüsante Art der Unterhaltung zu sein, die Kinder zum Lachen bringt. Alles scheint ein großer Spaß zu sein – für uns Menschen ist es das auch. Nur wenige von uns realisieren, dass diese Szenen hinter den Kulissen extrem ausbeutend sind. Ein wildes Tier dazu zu zwingen, sich so unnatürlich zu verhalten und Tricks vorzuführen bedeutet im Normalfall Training, das oft aus Bestrafung und Nahrungs- sowie Wasserentzug besteht. In vielen Fällen werden noch extremere Trainingsmethoden angewandt. Im Beispiel des Schwaben Parks sprechen wir von Tieren, die ein bemerkenswertes Intelligenzlevel sowie tiefliegende Emotionen und Kommunikationsfähigkeiten zeigen. Tatsächlich werden Schimpansen als die intelligentesten Tiere überhaupt bezeichnet, was nicht überraschend ist, wenn man bedenkt, dass ihre DNA zu 98% der menschlichen entspricht und sie somit unsere am nächsten verwandte Spezies sind.

Es ist deshalb für einen westlichen Zoo im 21. Jahrhundert nicht nur herzzerreißend, eigens von Hand aufgezogene kleine Schimpansen dazu zu zwingen, Kleidung zu tragen, unnatürliche und erniedrigende Tricks vorzuführen und für Unterhaltung zu sorgen, sondern gleichzeitig auch ein höchst unethischer Missbrauch. Jede Show, die lebende Tiere auf diese Art und Weise ausnutzt, ist eine Art Missbrauch und die Tiere leiden darunter.

Man kann sich der Wahrheit nicht entziehen, dass die Misshandlung dieser Tiere in dieser Art und Weise unnötig und daher nicht akzeptabel ist und keinem anderen Sinn dient als der Erhöhung des Profits, während das Wohlergehen der Tiere aufs Spiel gesetzt wird. Wer denkt denn wirklich, dass es normal für einen Schimpansen ist, menschliche Kleidung zu tragen, Fahrrad zu fahren, alberne Hüte zu tragen oder Spiele zu spielen? Diese Attraktionen geben unseren Kindern verzerrte Fehlinformationen. Diese Tricks haben nichts damit zu tun, wie sich hochintelligente Menschenaffen in der Wildnis verhalten.

Bitte gehen Sie den Schritt und stoppen Sie alle Arten der Ausnutzung und Misshandlung von Tieren wie diese hier.

Prof. Niemitz, Carsten

IUCN Specialist Group for Captive Primates, Deutschland

Die Schimpasen im Schwaben Park zeigen zum Teil besorgniserregende Hautveränderungen. In dem mir vorliegenden Film husten manche Individuen auf eine Weise, die dringend einer Abklärung und Therapie bedarf. Für das Training ihrer "Späßchen" müssen die Jungtiere von ihren Müttern getrennt werden, was zu lebenslangen psychischen Schäden führen kann.

Ragan, Patti

Gründungsdirektorin des Center for Great Apes, Florida, USA

Als ich das Video von Animal Equality angeschaut habe, habe ich viele Dinge gesehen, mit denen wir täglich zu tun haben. Stereotype Verhaltensweisen wie das andauernde Vor- und Rückwärtsschaukeln des Oberkörpers, das Ausstoßen seltsamer Laute und die bis zum Haarverlust führende Fellpflege kommen bei Schimpansen, die ihre ersten fünf oder sechs Lebensjahre nicht von ihrer eigenen Schimpansenmutter aufgezogen wurden, häufig vor. Ich empfehle dem Schwaben Park, sein Zuchtprogramm zu stoppen und aufzuhören, Schimpansen von ihren Müttern zu trennen.

Schimpansen aus der Unterhaltungsindustrie (Zirkus, Film, Werbung usw.) ebenso wie Schimpansen, die als private "Haustiere" gehalten und wie Menschen erzogen wurden, zeigen – wenn sie in unsere Pflegestation kommen – üblicherweise einige dieser anormalen Verhaltensweisen. Ich hoffe sehr, dass der junge Schimpanse mit dem Husten in medizinischer Behandlung bei einem Veterinär ist... Von Zeit zu Zeit erkälten sie sich und dieser Husten könnte durch eine Erkältung ausgelöst worden sein. Aber es könnte auch etwas sehr viel Schlimmeres sein.

Am meisten beunruhigt haben mich an diesem Video die zirkusähnliche Show und die Nähe der Schimpansen zu den Besuchern. Ich fordere, dass die Schimpansen-Show des Schwaben Parks sofort eingestellt wird. Menschenaffen ein solch unnatürliches Verhalten anzutrainieren ist schon ein Problem für sich. Die Methoden, mit denen Schimpansen dieser Größe trainiert und diszipliniert werden, sind meistens herabwürdigend und barsch. Aber selbst wenn der Trainer die tierfreundlichste und positivste Art des Trainings gewählt hat, lehrt diese Show dem Publikum in keinerlei Weise etwas über die wahre Natur von Schimpansen, über ihr natürliches Verhalten und auch nichts über die Schwierigkeit, sie in der freien Wildbahn zu beobachten, weil ihre Art immer gefährdeter ist.

Sie zu verkleiden und sie dazu zu bringen, sich wie kleine Pseudo-Menschen zu verhalten, ist veraltet und respektlos. Diese Art von Show existiert schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Der nahe Kontakt zu den Schimpansen außerhalb ihres Ausstellungsgeheges ist sehr besorgniserregend. Wenn Menschen Essen in die Gehege der Schimpansen werfen, werden so auch die Keime von ihren Händen übertragen und damit auch alle möglichen Bakterien und Krankheiten. Und eine Zigarette hineinzuschmeißen ist einfach schrecklich.

Prof. Dr. Sorenson, John

Professor der Fakultät für Soziologie
an der Brock University, Kanada

Ich habe die Foto- und Videobeweise der Recherche von Animal Equality über in Gefangenschaft lebende Schimpansen im Schwaben Park in Deutschland begutachtet. Es ist ein äußerst trauriger Aspekt menschlicher Abartigkeit, dass solche mittelalterlichen Bedingungen in einem der fortschrittlichsten Länder Europas fortbestehen. Die tägliche Show, in der von den Schimpansen verlangt wird, verkleidet in Kostümen verschiedene menschliche Aktivitäten vorzuführen – beispielsweise das Fahren eines Spielzeugautos, das Führen von Telefongesprächen und das Vorführen eines albernen Tanzes – bietet lediglich dem Publikum eine Gelegenheit, über diese Tiere zu lachen und nimmt ihnen ihre natürliche Würde. Wenn sie nicht auf der Bühne stehen, werden die Schimpansen unter erbärmlichen Bedingungen gehalten, mit wenigen Bereicherungen für die Interessen dieser intelligenten Tiere. Einige Schimpansen sind in unmittelbarer Nähe zu einem kleinen lärmenden Zug untergebracht, der die Besucher durch den Park befördert.

Als Folge dieser Bedingungen sind die Tiere äußerst angespannt, ihre Leben reduziert auf Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit, zusammengekauert oder versunken in sich wiederholende Wippbewegungen, was auf psychischen Zusammenbruch hinweist. Einige der Tiere haben Wunden und leiden unter Haarausfall, während andere offenbar Atemprobleme haben. Kleinkinder werden getrennt von ihren Müttern gehalten und ausgestellt – ohne Möglichkeit, sich den ständigen Blicken der Besucher zu entziehen. Jene Besucher, offenbar frustriert, wenn die Schimpansen ihnen nicht fortwährende Belustigung bieten, können beim Werfen von Gegenständen auf die Tiere beobachtet werden – so warf ein Mann sogar eine brennende Zigarette ins Gehege, die ein Schimpanse dann rauchte.

Eine große und wachsende Reihe an Arbeiten in der kognitiven Verhaltensforschung zeigt die geistige Komplexität der Schimpansen und es ist klar, dass derartige Bedingungen für sie quälend sind. Selbstverständlich ist es nicht nur ihre biologische Nähe zu uns selbst, die unsere ethische Anteilnahme auf sich ziehen sollte:

Alpakas, Ziegen sowie zwei Tiger werden ebenfalls in diesem Park zur allgemeinen Erheiterung zur Schau gestellt und es scheint, dass auch diese Tiere unter Stress leiden. Es gibt kein Argument, welches dafür spricht, dass die Zurschaustellung dieser Tiere irgendeinem essentiellen menschlichen Zweck dient und tatsächlich fördern solche Einrichtungen nur die schlechtesten Aspekte unseres eigenen Charakters.

Animal Equality
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